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Schon unsere Vorfahren machten sich vor Tausenden von Jahren Düfte aller Art zu eigen. Sie wurden zur Heilung, Gottesanbetung oder für reine Sinnesfreuden verwendet. Vor mehr als 4000 Jahren wurden im Nahen Osten Aromatika aus Weihrauch verbrannt, um die Götter gnädig zu stimmen. Man glaubte, der Weihrauch ziehe gute Geister an und vertreibe die bösen. Weihrauch wurde auch zur Heilung der Kranken und rituell zur Reinigung nach jedem Geschlechtsakt angewandt.

 

Schönheitskult mit Düften

Bei den Ägyptern standen Massageanwendungen und Bäder mit wohltuenden ätherischen Ölen auf der Tagesordnung. Sie verwendeten sie nicht, um Körpergeruch zu überdecken, denn durch das häufige Baden waren sie sehr rein, sondern liebten sie um des Duftes willen. Kleopatra war eine große Liebhaberin von Duftstoffen. Traf sie sich mit ihrem Liebhaber Marc Antonius, waren die Segel seines Schiffes mit Rosenwasser be- sprenkelt oder der Boden ihres Zimmers mit Rosenblättern bestreut. Er baute ihr auch eigens einen riesigen Garten mit balsamischen Bäumen und Duftpflanzen und stellte ihr einen eigenen Parfümeur zur Seite. Kleopatra wurde zum Inbegriff der Schönheit und Sinnlichkeit.

 

 

Räuchern für angenehme und sinnliche Schwingungen

Die alten Römer und Griechen räucherten dagegen getrocknete Blüten und Kräuterteile zu diversen Zwecken. Sei es, um schlechte Gerüche oder Krankheiten zu vertreiben, angenehme Schwingungen im Raum zu verbreiten oder um die Libido zu fördern. Jasmin zum Beispiel hat eine uralte Geschichte als Aphrodisiakum und Liebespflanze und wurde schon immer für Zaubertränke und Zaubersprüche benutzt. Unter Alexander dem Großen, einem großen Liebhaber des Orients und der dort verwendeten Aromatika wie Myrrhe und Weih-

rauch, verbreitete sich die Verwendung von Salben für das persönliche Wohlbefinden in Griechenland. Er unterstützte die Arbeiten von Theophrast, der über die Eignung verschiedener Parfüms für bestimmte Seelenzustände und Gesundheitsstörungen forschte.

 

Der Einsatz von aromatischen Pflanzen hat in Indien schon lange Tradition

Indien ist das Land mit den reichsten Vorkommen an aromatischen Pflanzen. Die Religionen der Buddhisten und Brahmanen er- munterten zum häufigen Waschen und Baden, und nach diesen Reinigungsritualen wurden duftende Öle, Puder und Pasten auf den Körper und die Haare verteilt. Insbesondere Inder der hohen Kasten wurden in täglichen ausführlichen Baderitualen mit einem Duftöl aus Sesamöl, Jasmin, Koriander, Kardamom, heiligem Basilikum, Agarholz, Kiefer und Gewürznelken massiert, um ihre Aufgaben mit Manneskraft und Mut ausführen zu können.

 

In China wurden die Parfüms auch als aromatische Medikamente bezeichnet

Bereits im 9. Jahrhundert verwendeten die Chinesen eine ganze Menge von Gewürzen aus dem heutigen Indonesien. Die Lieferungen waren als »aromatische Medikamente« ausgezeichnet. Es wurde kaum ein Unterschied gemacht zwischen Medikamenten, Gewürzen, Parfüms und Weihrauch. Es waren alles Substanzen, die den Körper und den Geist nährten. Noch heute spielt die Verwendung von Kräutern und Pflanzenölen eine wichtige Rolle in der chinesischen Medizin.

 

Parfüm statt Wasser

Als in Europa mehrere Jahrhunderte die Pest wütete, verbrannte man riesige Holzstöße von Wacholder und verdampfte aromatisierten Kräuteressig in den Wohnstuben. Da man davon ausging, dass sich die Pest durch Wasser verbreitet, ersetzte man in gehobenen Kreisen kurzerhand das Wasser durch Parfüm, um unangenehme Körpergerüche zu übertünchen. So entstand der Name »Eau de Toilette«.

Als Zentrum des Seehandels lag Venedig günstig und war die Quelle der Düfte der Welt. In verschwenderischer Manier wurde alles parfümiert: von den Handschuhen über Strümpfe hin zu Hemden und Geldmünzen. In England ließ Königin Elisabeth I. sogar ihren gesamten Palast samt Tapeten und Möbel beduften. Auch vor ihren Lieblingstieren machte sie nicht halt. Katharina de Medici brachte im 16. Jahrhundert die Parfümerie nach Frankreich. Bei Hofe wurden vom 17. bis ins 19. Jahrhundert Aromaöle wie Lavendelöl auch zusammen mit Ammoniak in Riechsalz und Riechfläschen angewandt, um der oft durch das Tragen von Korsetts ausgelösten Ohnmacht entgegenzuwirken. Auch die durch Langeweile bei den Hofdamen weitverbreiteten depressiven Verstimmungen wurden mittels aromatischer Pflanzenöle mit stimmungsaufhellender Wirkung wie Bergamotte oder Neroli (Orangenblüten) kuriert.

 

Gründer der neuzeitlichen Aromatherapie

Der französische Chemiker René Maurice Gattefossé wird als der Gründer der neuzeitlichen Aromatherapie angesehen. Als er seine durch einen Laborunfall verursachten Verbrennungen mit reinem Lavendelöl kurierte, spürte er die Heilkraft der ätherischen Öle, und sein Forschergeist war geweckt. Der Chirurg Jean Valnet entwickelte Gattefossés Erkenntnisse weiter und ergänzte sie um seine praktischen Heilerfahrungen, die er in seiner aromatherapeutischen Praxis bei seinen Klienten erlebte. In unserer heutigen Zeit ist man sich der umfassenden Wirkung der natürlichen Pflanzendüfte auf Körper, Geist und Seele des Menschen bewusst und setzt sie gezielt zur ganzheitlichen Heilung ein.

Fandest Du die Ausführungen spannend? Was hat Dich am meisten verblüfft?

Schreibe es mir gerne in die Kommentare.

Alles Liebe, Diana

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